NUN GEHT ES MIT DEM DACH DER KLOSTERKIRCHE VORAN, NACHDEM DAS BENACHBARTE KLOSTERDACH VOR VIER JAHREN FERTIG GESTELLT WURDE.

Bauarbeiten

Restaurierung liegt im Zeitplan

Josefine Jahn

Altfriedland (MOZ) Vor vier Jahren wurden die Arbeiten rund um das Schutzdach für das Kloster in Altfriedland abgeschlossen. Nun sind Handwerker mit dem Dach der beistehenden Klosterkirche beschäftigt. Ortsvorsteherin Christiane Arndt-Pernau zeigt sich mit dem Baufortschritt zufrieden.

Schritt für Schritt: Noch in diesem Jahr soll mit der Sanierung der ersten Hälfte des Kirchendachs der erste Bauabschnitt beendet sein. Im kommenden Jahr folgen die zweite Dachhälfte, später der Innenbereich der Klosterkirche und der Kirchturm.
© Foto: Matthias Lubisch

Vor den Bauarbeitern, die dieser Tage auf dem Dach der etwa 750 Jahre alten Klosterkirche fleißig sind, ziehe sie den Hut, sagt Christiane Arndt-Pernau. Die Ortsvorsteherin des Klosterdorfes freut sich über den bisherigen Baufortschritt an dem alten Gebäude, dem vor allem die Feuchtigkeit an die Substanz geht. „Wir liegen gut in der Zeit“, sagt sie. „Der erste Bauabschnitt beinhaltet die erste Hälfte des Dachs, neben dem Kirchturm.“

Auf diesem Abschnitt des Daches sieht man derzeit eine blaue Plane. Handwerker der Müncheberger Baugesellschaft Dipl. Ing. Bernhard Wäscher sind dabei, die Holzschwelle zu erneuern. Anschließend soll der Dachstuhl saniert und gesparrt werden. Das heißt, dass die Träger, die von der Traufe bis zum First verlaufen, installiert werden.

Zunächst hatten die Bauarbeiter das Dach abgedeckt und die Balken freigelegt und dabei gesehen, dass der Schaden größer war, als von unten sichtbar.

„Die Balken wurden also vorsichtig entfernt und durch neue ersetzt“, sagt Christiane Arndt-Pernau. Diese Balken werden nun von der blauen Folie geschützt und weiter bearbeitet. Unter der grauen Abdeckung (im Bild links neben der blauen Folie) ist der Dachstuhl bereits fertig saniert.

Der Polier habe ihr bestätigt, dass die Arbeit an der Kirche jetzt wieder richtig Spaß mache. „Erst einmal musste der Staub der vergangenen 50 bis 100 Jahre entfernt werden“, erklärt die Ortsvorsteherin. Alle 50 Jahre werde etwas an der Kirche gemacht. Nun ist zunächst das Dach dran, dessen zweite Hälfte im kommenden Jahr fertig saniert sein soll. „Danach sind dann der Innenbereich und der Glockenturm dran“, sagt Christiane Arndt-Pernau.

Insgesamt 1,3 Millionen Euro kosten die gesamten Sanierungsarbeiten, für die auch vom Förderverein der Klosterkirche Mittel beantragt wurden. Für den ersten und zweiten Bauabschnitt, die komplette Sanierung des Daches, sind die Kosten bereits gedeckt.

Allein das Problem der Feuchtigkeit ist noch nicht gänzlich behoben. „Das Wasser klatscht immer noch bis nach unten“, erklärt die Altfriedländerin. Eine Regenrinne ist nicht gestattet. „Deshalb sind kleine Entwässerungsgräben geplant, die unten, neben der Kirche gezogen werden“, erklärt sie. Dafür muss das Gelände um die Kirche herum allerdings noch den Besitzer wechseln. Der Grund, auf dem das Gebäude steht, gehört der Kirche. Das Drumherum ist noch Gemeindeeigentum. „Auch der Weg zur Kirche muss dann noch verlegt werden“, schildert Christiane Arndt-Pernau kommende Schritte. Der Weg werde sich links von der jetzigen Auffahrt zur Kirche befinden und tiefer liegen.

An den bisherigen Weg soll dann Begrünung gesetzt werden. Mit der Wegplanung wolle man bis nach der Fertigstellung des Klosterdaches warten, hatte es Anfang des Jahres in einer Sitzung von Finanz- und Bauausschuss in Neuhardenberg geheißen. Dieses ist seit vier Jahren fertig, die Baustelle nun ein Dach weiter auf die Klosterkirche gewandert.

Christiane Arndt-Pernau wünscht sich, dass die Arbeiten weiterhin nach Plan verlaufen, um dem Wasserproblem entgegen zu wirken. Kulturelle Veranstaltungen, die sonst in der Kirche stattfinden, wurden und werden derweil entweder nach draußen oder in das überdachte Kloster verlegt.

„Wir hoffen, zum Weihnachtskonzert in der Adventszeit in der Kirche sein zu können“, sagt sie. Die Schuke-Orgel, die in den 1950er Jahren ihre durch den Krieg zerstörte Vorgängerin ersetzt hat, ist professionell abgedeckt worden, um während der Bauarbeiten bestmöglich geschützt zu sein. Im Frühjahr 2016 war mithilfe privater Spendengelder erstmals nach 60 Jahren eine Komplettreinigung der Orgel für rund 10 000 Euro möglich gewesen.

MOZ.de vom 23. August 2018

   Zur Artikelübersicht