Ferchesar

Nochmal 77.600 Euro für die Dorfkirche

Den Abschluss des ersten Sanierungsschrittes an der Dorfkirche Ferchesar haben nicht nur die Dorfbewohner gefeiert. Und nun geht es weiter., Das Fördergeld für den zweiten Teil der Sanierung ist bewilligt.

Das Mauerwerk an der Dorfkirche Ferchesar ist schadhaft. Es wird im zweiten Sanierungsabschnitt erneuert.
Quelle: Norbert Stein
 
Matthes Mustroph zeigt die Problemstellen.
Quelle: Norbert Stein
 
Matthes Mustroph zeigt geschichtlich Sehenswertes und Ausstellungstücke vom ersten Bauabschnitt zur Sanierung der Dorfkirche.
Quelle: Norbert Stein

Ferchesar Matthes Mustroph möchte seine Freude gar nicht verbergen. „Wir haben gehofft, waren uns aber keinesfalls sicher. Schön, dass es nun geklappt hat“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins zur Erhaltung der Dorfkirche in Ferchesar. Das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneurodung hat der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland und dem Förderverein Fördermittel für den zweiten Bauabschnitt zur Sanierung der Dorfkirche Ferchesar bewilligt.

Insgesamt 120.000 Euro

Das Landesamt fördert das Vorhaben mit 77. 600 Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Gepaart mit Eigenmitteln investieren Reformationsgemeinde und Förderverein insgesamt rund 120.000 Euro in den zweiten Bauabschnitt und damit in noch ausstehende Sanierungsarbeiten an und in dem Gotteshaus in der Dorfmitte.

Bereits im Jahr 2017 wurde der erste Bauabschnitt realisiert. Rund 450.000 Euro flossen in die Arbeiten. Das Landesamt unterstützte auch den ersten Bauabschnitt und gab dafür 300.000 Euro Fördermittel. Mit Hilfe dieser Förderung konnten marode Balken ausgewechselt werden, das Kirchenschiff und die Turmhaube wurden neu eingedeckt, die Turmkugel restauriert, der Fachwerkputz bekam wieder die original rote Farbe und auch am Gesims wurde Hand angelegt. Die Kirche wurde im wesentlichen oberhalb des Gesimses saniert. „Es wurden vor allem Arbeiten verrichtet, für die ein hohes Gerüst notwendig war“, beschreibt Matthes Mustroph den Umfang der Arbeiten im ersten Bauabschnitt.

Noch viel Arbeit

Nun, da die Finanzierung für den zweiten Bauabschnitt gesichert ist, können die Reformationsgemeinde und der Förderverein mit ihrem Architekten die noch verbliebenen und notwendigen Sanierungsschritte zur Vergabe ausschreiben. Es gibt noch Einiges zu tun.

Die Mauerwerksflächen unterhalb des Gurtgesimses müssen überarbeitet und das Mauerwerk neu verfugt werden. Auch muss der Stuckputz an den Fenstern überarbeitet werden. An der Nordwestansicht der Kirche müssen zudem gerissene Steine ausgewechselt werden.

Farbe an die Fenster

An der Nordseite des Kirchenschiffs und am Turm sind die Fundamente aus Mauerwerk unterschiedlicher Ziegelsteinformate zu überarbeiten. Der darüber liegende Sockel muss ebenso einer Mauerwerkssanierung unterzogen werden. Die Fenster sind zu überarbeiten und benötigen neue Farbe.

Eine Renovierung des Innenraums der Kirche ist ebenfalls vorgesehen. Geplant ist, die Decke und die Wände des Kirchenschiffs zu erneuern. Wie die Kirche im Inneren farblich gestaltet wird, ist noch nicht entschieden. Bei allen auszuführenden Arbeiten sind die Belange des Denkmalschutzes zu beachten und der geschichtliche Charme der Dorfkirche zu bewahren.

Weil die Auftragsbücher vieler Handwerksbetriebe derzeit voll sind, geht Matthes Mustroph von einem Beginn der Arbeiten für den zweiten Sanierungsabschnitt im Frühjahr nächsten Jahres aus. Im September 2019 soll aber alles fertig und auch der zweite Bauabschnitt mit allen derzeit noch ausstehenden Sanierungsarbeiten zum Erhalt der Dorfkirche erledigt sein.

Dann werden sicherlich auch weitere alte Dachsteine und Utensilien im Eingangsbereich auf einem Tisch liegen, auf dem der Förderverein schon jetzt historisches Gestein und marodes Gebälk vom ersten Bauabschnitt zeigt.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 13. August 2018

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