Investition in Bad Liebenwerda

Sankt Nikolaikirche wird saniert

Bad Liebenwerda. Für umfangreiche Bauarbeiten hat die Evangelische Kirchengemeinde Bad Liebenwerda die Förderzusage erhalten und ist glücklich.

Von Dr. Markus Voigt*

In der Sankt Nikolaikirche in Bad Liebenwerda soll ab dem kommenden Frühjahr umfangreich saniert und umgebaut werden.
FOTO: Ev. Kirchengemeinde Bad Liebenwerda

Große Freude in der Evangelischen Kirchengemeinde Sankt Nikolai in Bad Liebenwerda. Die Förderzusage aus dem europäischen Leader-Programm (ländliche Entwicklung) für den Umbau der Sankt Nikolaikirche ist da.

Damit erhielten wir ein großes finanzielles Geschenk. Aber die vielen zu beachtenden Nebenbestimmungen stellen auch eine große Herausforderung für die weitgehend ehrenamtlich abzuwickelnde Projektsteuerung dar. Dennoch überwiegt nun die Freude.

Die förderfähigen Gesamtkosten belaufen sich auf rund 400 000 Euro. Der Förderanteil beträgt 75 Prozent. Weitere, nicht förderfähige Arbeiten kosten noch einmal eine fünfstellige Summe. Dafür werden noch Spenden gebraucht. Wesentlicher Inhalt des Förderprojektes ist die Öffnung der Kirche in die Gesellschaft. Das ist für uns nichts Neues. Denn mit „Gehet hin in alle Welt“ (Markus 16, 15) ist das ja unser ureigenster Auftrag. Die seit über einem Jahr „offene Kirche“ ist auch ein Beitrag dazu.

Dazu kommen viele Veranstaltungen, die nicht nur den engen Gemeindekreis, sondern die breite Gesellschaft im Blick haben und von dieser auch angenommen und besucht werden. Unsere Kirche ist ja mehrmals im Jahr fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Darauf können wir stolz sein.

So sollten uns die Kriterien des Leader-Förderprogramms auch ein Ansporn sein, noch mehr in unser Umfeld zu denken und zu wirken. Wesentlicher Punkt ist natürlich die Herstellung einer Barrierefreiheit. Am Südeingang wird es im Innenbereich eine fest eingerichtete Rampe geben. Der Altarraum wird ebenfalls über eine Rampe zugänglich sein.

Auch die derzeit technisch veraltete Elektroanlage und die Beleuchtung sind wesentliche Bestandteile des gesamten Programms.

Unansehnlich steht das Chorpodest im Blickfeld. Hier wird es eine neue, in die Architektur integrierte Lösung geben. Sie wird einerseits helfen, die bisher beschwerliche, immer ehrenamtliche Arbeit zu vereinfachen und zugleich für die unterschiedlichsten Kommunikations- und Arbeitsformen offenstehen. Das ist ja auch eine wichtige Aufgabe unseres christlichen Engagements.

Ansehnlich sollen auch die Wände wieder werden. Bald 40 Jahre liegt die letzte Renovierung dieser Flächen Flächen zurück. Es wird jedoch keine großen Änderungen geben. Die farbigen Ornamente der Fenster und der Decke sind noch in einem guten Zustand und in jüngerer Zeit restauriert worden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Leader-Förderprogramm ist die „Barrierefreiheit über die Generationen“. Für Kleinkinder wird es einen zum Teil mit Glas abgeteilten und akustisch abgeschirmten Spielbereich unter der Empore geben, wo Eltern im Sichtkontakt zu den Kleinsten bleiben und dennoch an den Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen teilnehmen können.

Oft sind es ja nicht die anderen Zuhörer, die es stört, wenn Kleinkinder oder Babys sich bemerkbar machen, sondern eher die Eltern. Ihnen soll die Teilnahme an unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen erleichtert werden. Übrigens bekommt dort der Fußboden eine kleine Heizung, die elektrisch schnell ein- und auch wieder ausgeschaltet werden kann.

Die Plätze unter der Empore sind meist unbenutzt. Deshalb soll dieser Bereich frei werden von Bänken. Kleine Stehtische werden zur Kommunikation einladen und das Verweilen beim Kirchenkaffee oder bei einem Getränk bei Abendveranstaltungen angenehmer machen.

Im Moment sind wir in der Planungsphase. Das Büro Angelis & Partner ist beauftragt, alle Vorstellungen zu einer Gesamtlösung zu vereinen. Viele Details müssen auch noch mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Diese Arbeiten werden bis zum Oktober andauern. Dann wird zu einer Gemeindeversammlung eingeladen, in der das Projekt vorgestellt und über Details diskutiert werden kann.

Derzeit laufen Fachgespräche, wie die akustische Anlage verbessert werden kann. Auch wenn unsere Kirche keinen allzu großen Nachhall hat, gibt es in dem großen, freien Raum zu wenig Möglichkeiten, die notwendigen Nahfeld-Lautsprecher zu installieren. Allerdings ist nach den Richtlinien eine Förderung nicht möglich. Hier wird es darauf ankommen, noch genügend Spenden zu sammeln.

Insgesamt sind wir zuversichtlich, auch wenn noch viele Aufgaben auf kompetente Schultern verteilt werden müssen. Die Arbeiten sollen im zeitigen Frühjahr 2019 beginnen. Wir werden spätestens Ende 2020 unsere schöne Kirche noch besser nutzen können.

(*Vorsitzender des Gemeindekirchenrates)

Kontoverbindung für Spenden:

Kirchenkreis Bad Liebenwerda für die Kirchengemeinde Bad Liebenwerda, IBAN: DE 21 1805 1000 3300 1030 95, BIC: WELADED1EES
Stichwort: Umbau Kirche Bad Liebenwerda

LR ONLINE vom 29. Juli 2018

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