Festgottesdienst

Sanierung der Bricciuskirche ist fertig

Das Ende der Sanierungsarbeiten in der Bad Belziger Bricciuskirche wird mit einem Festgottesdienst gefeiert. Auch die Orgel ist wieder in Ordnung. Sie erklingt am Sonntag.

Hartmut Beyer von der Orgelbaufirma Schuke legt letzte Hand an der Orgel in der Bricciuskirche an.
Quelle: Christiane Sommer
 
Der Zusammenbau der Orgel hat den Schlusspunkt der Sanierungsarbeiten in der Bad Belziger Bricciuskirche gebildet.
Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig Die Sanierung der Bricciuskirche in Bad Belzig ist beendet. Den Schlusspunkt hat die Überarbeitung der kleinen Kirchenorgel gebildet. Mit einem Festgottesdienst am Sonntagnachmittag soll der erfolgreiche Abschluss der über zweieinhalb Jahre andauernden Arbeiten – für die maßgeblich der Förderverein Bonte-Friedheim-Lochow verantwortlich ist – gefeiert werden.

Dieser Tage war Hartmut Beyer von der Orgelbaufirma Schuke in Werder/Havel damit beschäftigt, die Orgel wieder zusammenzubauen. Bereits im vergangenen Jahr waren die Orgelpfeifen ausgebaut und in der Werderaner Werkstatt gereinigt und generalüberholt worden – inklusive kleinerer Reparaturen. Beispielsweise wurden Holzpfeifen neu beledert.

Mehr Platz auf der Empore

Vor Ort erledigten währenddessen die Bad Belziger Restauratoren Petra und Udo Drott die farbliche Neufassung des Orgelgehäuses. Harmonisch fügt sich die neue Farbgestaltung nunmehr in die Innenausmalung der Kirche ein. „Die Orgel wurde außerdem etwa 20 Zentimeter dichter an die Wand gerückt“, erklärt Beyer. Auf der Empore ist damit künftig mehr Platz.

Bevor der Experte die 297 Pfeifen des Instruments wieder in den leeren Pfeifenstock einbauen konnte, musste im Inneren des Gehäuses jedoch noch einmal gründlich sauber gemacht werden. Die vorübergehende Leere sorgte wiederum für interessante Einblicke – zumindest für den Laien.

Auf dem Windbalg offenbarten sich elf kleine Päckchen in Ziegelsteinformat, die bereits seit langer Zeit dort liegen müssen. Das Packpapier, in das die Ziegelsteine feinsäuberlich eingeschlagen sind, ist vergilbt. Beyer erklärt, dass dieselben quasi Gewichte ersetzen und zum beschweren des Balges genutzt werden. Weshalb die Steine auch in der Orgel liegen bleiben müssen.

Immer wieder kommt es vor, dass Hartmut Beyer seine Arbeit für kurze Zeit unterbrechen muss. An Zaungästen, die ihm beim Orgelzusammenbau zusehen wollen, mangelt es nicht. Der Fachmann erweist sich dabei als geduldiger Erklärer.

Gottesdienst an jedem letzten Sonntag im Monat

In Absprache mit Kantor Winfried Kuntz tauscht Beyer zudem ein Orgelregister. Die Klangfarbe des Instruments wird damit leicht verändert. Der feine Unterschied wird während des Festgottesdienstes erstmals zu hören sein.

Insgesamt wurden der knapp 60 Jahre alten Orgel, die seinerzeit auch schon in der traditionsreichen Orgelbauanstalt Schuke gebaut wurde, sechs Register geschenkt. „Es ist schön zu sehen, dass die Instrumente aus unserem Haus immer noch spielen und gern gespielt werden“, sagt Beyer. „Ich hoffe, dass es noch lange so bleibt.“

Die Voraussetzungen dafür sind mit dem erfolgreichen Abschluss der Kirchensanierung gut. Neben Konzerten und musikalischen Andachten werden künftig auch wieder Gottesdienste in der Bricciuskirche gefeiert – während der Sommermonate an jedem letzten Sonntag im Monat. Genau so, wie es lange Zeit Tradition war.

Info: Festgottesdienst beginnt am Sonntag, 15. April, um 14 Uhr. Danach gibt es bei Kaffee und Kuchen Gelegenheit, sich über die Bauarbeiten zu informieren und sich das Ergebnis genau anzusehen.

Von Christiane Sommer

Märkische Allgemeine vom 15. April 2018

   Zur Artikelübersicht